Zitate

Liebe Leser,

die Überschrift "Zitate" ist nicht ganz richtig, denn es gibt keine
Zitatensammlung von A.E. Johann.

Mir liegen eine Vielzahl Briefe von A.E. Johann vor. U.a. auch Liebesbriefe.
Aus einem stammt das u.a. Gedicht "Wilde Schwäne".

Das Gedicht "Erde" habe ich im Frühjahr 2010 aus dem Deutschen Literatur Archiv in
Marbach erhalten.

Die anderen Texte sind mir beim Lesen der Bücher besonders aufgefallen
und ich habe sie aufgeschrieben, weil ich sie sehr bemerkenswert fand.

Für die Leser, welche die Sütterlin-Schrift schlecht lesen
können, hier die "Übersetzung":

Wilde Schwäne sah ich ziehen -
schlafen nachts wohl in den Wolken.
Wilde Schwäne ferne fliehen
in die Länder meiner Sehnsucht,
wo die roten Lilien glühen;
schwellen, knospen, springen,
blühen -
wo auf frühen Morgenauen
braune Göttertöchter wandeln,
schreiten so,
wie Du
Geliebte!

Deiner

v


Die Welt wird "Eine" Welt werden -
oder es wird keine Welt mehr geben.

Auszug aus dem Buch
"Wo die Erde am schönsten ist",
Blanvalet Verlag, 1988, Seite 205

Wo die Erde am schönsten ist:
Überall, wo Frieden herrscht
und Freiheit!

Im Buch "Wo ich die Erde am schönsten fand",
1960, Seite 143, hieß es noch:

Wo ich die Erde am schönsten fand:
Überall, wo Frieden herrscht
und Freiheit

v

Auszug aus dem Buch
"Der Tod im Busch", 1940, Seite 8

Je unwahrscheinlicher und merkwürdiger
die Geschichten klingen,
desto sicherer mag indessen der Leser
davon überzeugt sein, daß sie sich so
und nicht anders abgespielt haben.
Denn erfinden kann man nur
Wahrscheinliches;
das Unwahrscheinliche - passiert!...

v

Auszug aus dem Buch
"Nach Kanada sollte man reisen", 1968, Seite 11

Wir sind anspruchsvoller,
aber nicht zufriedener,
reicher,
aber nicht glücklicher,
wissender,
aber nicht klüger,
aufgeklärter und zugleich
dümmer und blinder geworden.

v

Auszug aus dem Buch "Menschen an meinen Wegen", 1973, Seiten 95 und 96

Menschliche Schicksale

So ist es mir unterwegs häufig ergangen:
plötzlich verschlingen sich die Fäden
anderer Leben in die deines eigenen.
Knoten schürzen sich wie für die Dauer.
Aber dann werden die Fäden unmäßig gedehnt,
über Erdteile und Weltmeere hinweg.
Briefe bilden nur noch ein dünnes Surrogat
für in räumlicher Gemeinsamkeit
empfundene Gefühle, für gemeinsame Erlebnisse.
Die Fäden erschlaffen schließlich,
verschleißen und reißen ab.
Übrig bleibt für immer ein Name,
das Bild einer Situation,
das auch noch in der Erinnerung
eine nie ganz versiegende Wärme erweckt:

Gemeinsamkeit, Sympathie, Freundschaft,
ja Liebe hat einmal bestanden -

niemals geht dergleichen völlig unter.

v

Auszug aus dem Buch
"Menschen an meinen Wegen", 1973, Seite 445

Menschen

Menschen nämlich sind das eigentliche und
- glaube ich - einzige Abenteuer,
das zu erleben es sich lohnt.

Menschen sind es, die den Menschen
Schicksal und Verhängnis bedeuten.

Also werden es auch Menschen sein müssen,
die ihnen Rettung bringen,
indem sie endlich Menschlichkeit durchsetzen,
sicherlich erst im letzten Augenblick
- wenn überhaupt!

v

Auszug aus dem Buch
"Du kannst Dir nicht entfliehen" (am Schluß)

Sehnsucht

Die Sehnsucht nach einem sinnvolleren Leben
treibt uns zu manchen merkwürdigen,
ja fremdartigen Unternehmungen an. [...]

Wir versuchen, unser Leben zu ändern,
doch wenn wir uns selbst nicht ändern,
bleibt alles letzten Endes beim Alten.

"Du kannst Dir nicht entfliehen" -
wir nehmen uns überallhin mit.
Trotzdem und unausrottbar treibt uns
die Sehnsucht...

v