Steppenwind

Roman einer Flucht nach Hause

Band III der Trilogie "Der Wind der Freiheit"

Unermüdlich gleitet Woche um Woche die "Neptuna" durch die tropische Inselwelt dem australischen Kontingent entgegen. Gleicht sie nicht einem Traumboot, das uns, die schönheitsdurstigen Leser, über die Weltmeere zu Erdteilen führt, die wir niemals schauen werden? Ist die "Neptuna" nicht ein Märchenschiff, das uns erlebnishungrigen von den buntgewürfelten Schicksalen seiner Passagiere erzählen wird?

Auf den Planken diesen Tropenschiffes genießen Paul Knapsack und Peter Bolt, die Weitgereisten, Vielumhergetriebenen, als "Kanadier" unter heitersten Zwischenfällen die erste, unbeschwerte Gastlichkeit Australiens. Bald schon werden sie als reisende Buchhändler im australischen Busch mit dem einträglichen Vertrieb von Kochbüchern und sonstigen, hier unentbehrlichen "Prachtwerken" den Ernst des Lebens wieder erfahren. Paul Knapsack will endlich heim, doch der fünfte Kontingent ist unermeßlich groß, und drohend lagert vor dem großen Ziele die Wüste Never-Never. Die Freunde werden als Treiber einer fast tausendköpfigen Ochsenherde in meilenweiten Ritten bei Tag und Nacht, umdroht von Regenfluten und sengender Dürre, überwinden müssen. Unvergeßlich sind die Szenen von diesem Reiten ohne Romantik mit Lasso und Lederpeitsche und verzweifelt brüllendem Vieh, bis nach Wochen der Treck die Küste erreicht und - die Vergangenheit wieder aufsteht mit Botschaften des Glücks und des Unheils.

So löst sich Peter Bolt schmerzlich vom heimgekehrten Freund. Der portugiesische Frachter "Sao Thomé", dessen listiger Kapitän mit der großen Melone ihm schon einmal zum Schicksal wurde, entführt den Passagier über Ceylon an Afrikas Küste. Endlich, endlich grüßt den Heimwehkranken Sansibar mit dem Duft seiner Gewürznelken. Noch einmal knüpft ein gütiges Geschick Liebesfäden zwischen zwei einander ebenbürtigen Menschen, und nun wird - prosaisch und romantisch in einem - Peter Bolt als Chauffeur einer Reisegesellschaft im Wildparadies Ostafrikas seine letzte Safari - unfreiwillig - beschließen.

"Der Wind der Freiheit weht rings um die Erde"